
WIND-ABC
Antworten rund um die Windenergie
A
Anzahl der Windenergieanlagen
Der Windpark Römerreuth entsteht auf drei im Regionalplan als Windvorbehaltsgebiete ausgewiesenen Flächen. Die Planungsergebnisse zeigen, dass dort bis zu 13 Anlagen möglich sind. Wir haben uns jedoch für acht Anlagen entschieden – in Abwägung von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Landschaftsbild.
Der Windpark Römerreuth plant mit Anlagen des Herstellers Enercon:
- vier Anlagen vom Typ E 175 mit einer Nennleistung von 6 Megawatt und einer Nabenhöhe von 162 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 175 Metern und
- vier Anlagen vom Typ E 160 mit einer Nennleistung von 5,56 Megawatt und einer Nabenhöhe von 140 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 160 Metern
Abrieb
Bei allen Maschinen, Fahrzeugen und Anlagen mit beweglichen Teilen kommt es zu Materialabrieb – das gilt auch für die Flügel von Windenergieanlagen. Die dabei entstehenden Mengen sind sehr gering und nicht toxisch.
Ein Vergleich zeigt die relative Bedeutung des Abriebs aus verschiedenen Quellen:
Windenergieanlagen: maximaler Materialabtrag an Windenergieanlagen in Deutschland durch Erosion etwa 78,4 Tonnen pro Jahr
Berechnung: 2,74 kg x 28.611 [Anzahl installierter WEA an Land zum 16.07.2024] = 78.394,14 kg/Jahr
Autoreifen: Der jährliche Abrieb in Deutschland beträgt etwa 102.000 Tonnen.
Schuhsohlen: Der jährliche Abrieb in Deutschland liegt bei etwa 9.000 Tonnen.
Prof. Dr. Andreas Klamt vom Unternehmen MrCOSMO Consulting schätzt in einem Faktencheck zur Belastung und zu den Gefahren durch Mikroplastikabrieb durch Windenergieanlagen im Altdorfer Wald das Risiko wie folgt ein: „Zusammenfassend gewichten wir die Bedeutung der Windkraftanlagen für den Klimaschutz und die damit verbundene Gesundheitsvorsorge in unserer Abwägung wesentlich höher als die Risiken, die durch den Abrieb von Mikroplastik verursacht werden.“
Abstand
In Bayern gilt in Windvorranggebieten sowie auf Flächen in Vorbehaltsgebieten, in Wäldern, entlang von Autobahnen, großen Bahntrassen und im Umkreis von Gewerbegebieten gemäß dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ein Mindestabstand von 800 Metern zur Wohnbebauung. Beim Windpark Römerreuth beträgt der Abstand von jeder Windenergieanlage zur nächsten Wohnbebauung mindestens 900 Meter, die maximale Entfernung beträgt 1.500 Meter.
Ausgleichmaßnahmen
Im Bundesnaturschutzgesetz (§§ 13ff.) ist festgelegt, dass Eingriffe in Natur und Landschaft ausgeglichen (Ausgleichsmaßnahmen) oder anders kompensiert (Ersatzmaßnahmen) werden müssen. Ziel ist es, den Naturschutz und die Pflege der Landschaft zu gewährleisten.
Beim Bau von Windenergieanlagen werden dabei in der Regel das Landschaftsbild, der Boden und der Naturhaushalt fokussiert. Im Rahmen von gesetzlich vorgeschriebenen und über einen Zeitraum von mehreren Monaten angelegten Naturschutzgutachten wird die Flora und Fauna im betreffenden Gebiet untersucht. Gemeinsam mit Naturschutzorganisationen werden aus den Ergebnissen der Gutachten die erforderlichen Maßnahmen definiert.
Es gibt viele Beispiele: Bei Windkraft im Wald etwa forsten Pächter Flächen, die für den Bau der Anlagen gerodet werden mussten, mit ökologisch stabilen und wenig schädlingsanfälligen Laub- und Mischbeständen auf. Dadurch wird das Waldgebiet in der Regel aufgewertet, da viele Wälder heute aus anfälligen Monokulturen bestehen. Verändern die geplanten Windenergieanlagen die Lebensräume von Tieren, werden an anderer Stelle neue Habitate geschaffen. Auch die Einsaat artenreicher Wiesen oder Äcker kann eine geeignete Maßnahme sein, um Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Insekten zu schaffen.
B
Bau
Beim Bau von Windenergieanlagen prüfen Fachleute zunächst die Zufahrtswege und nehmen eventuell Anpassungen vor, um den Transport der Bauteile zu ermöglichen. Danach beginnt die Vorbereitung der Flächen des Krans und der Kranausleger. Anschließend werden die Fundamentgruben ausgehoben. Dann wird das Fundament gegossen. Parallel dazu wird der Kran aufgebaut. Sobald das Fundament ausgehärtet ist, kann mit der Montage des Turms begonnen werden. Anschließend folgt die Montage der Komponenten der Windenergieanlage – das Maschinenhaus und die Flügel des Rotors. Zum Schluss erfolgt die Verkabelung, bevor die Windenergieanlage in Betrieb genommen wird. Danach werden die Bauflächen renaturiert.
Bürgerbeteiligung
Bürgerinnen und Bürger können sich am Windpark Römerreuth beteiligen und so auch finanziell von der regionalen Erzeugungsanlage profitieren. Zunächst erhalten Anwohnerinnen und Anwohner aus der unmittelbaren Umgebung des Windparks Römerreuth, basierend auf ihrer Postleitzahl, die Möglichkeit, als Kommanditisten Anteile am Bürgerwindpark zu erwerben. Auf diese Weise können sich die Anwohnenden, die direkt in der Nähe des Windparks wohnen, bevorzugt an der regionalen Erzeugungsanlage beteiligen und von den Erträgen profitieren. Nach dieser ersten Phase wird die Beteiligungsmöglichkeit schrittweise auf benachbarte Gebiete ausgeweitet.
Eine weitere Möglichkeit zur Beteiligung: Bürgerinnen und Bürger können ein Nachrangdarlehen abschließen. Als Darlehensgeber erhalten die Beteiligten die vertraglich vereinbarten Zins- und Bonuszahlungen.
C
CO2-Einsparung
Windstrom wird CO2-frei erzeugt. Er trägt dazu bei, Stromerzeugung aus fossilen Energien weiter zu reduzieren und so Treibhausgase zu reduzieren. Der Einsatz von Windenergieanlagen hilft also, den Klimawandel abzubremsen. Das hat zur Folge, dass Klimafolgen wie Starkregen, Dürre und Hitzewellen nicht weiter zunehmen.
Eine Windenergieanlage braucht nicht viel Platz. Dauerhaft werden ca. 0,4 Hektar Fläche benötigt – siehe Buchstabe F „Flächenverbrauch“. Ein Hektar Wald bindet pro Jahr rund 10 Tonnen CO2. Die CO2-Einsparungen des Windparks Römerreuth im Vergleich zum heutigen Strommix liegen bei 10 bis 12 Millionen Tonnen CO2.
D
Dialog
Sobald die Ergebnisse der Gutachten (beispielsweise zu Schall, Schattenwurf und Artenschutz) vorliegen, informieren wir die Öffentlichkeit. Darüber hinaus ist es uns als regionales Unternehmen ein Anliegen, in einen frühzeitigen Austausch mit allen lokalen Akteuren sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu gehen. Denn nur gemeinsam schaffen wir die regionale Energiewende! Es sind mehrere Informationsveranstaltungen geplant:
Für Hüttendorf
04.04.2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Landgasthof Popp, Hüttendorfer Straße 1a, 91056 Erlangen-Hüttendorf
Für Kriegenbrunn
08.04.2025, 19.00 bis 21.00 Uhr,Bürgerhaus Kriegenbrunn, Kriegenbrunner Str. 25, 91056 Erlangen-Kriegenbrunn
Für Niederndorf
09.04.2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Rathaus Herzogenaurach, Marktplatz 11, 91074 Herzogenaurach
Für Obermichelbach
10.04.2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Bürgerhalle, Vacher Straße 25, 90587 Obermichelbach
Dunkelflauten
Der Begriff Dunkelflaute beschreibt Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint und Windstille herrscht. Dieses Phänomen gibt es überwiegend in den Wintermonaten und es dauert meist nur wenige Stunden. Bei einer Dunkelflaute liefern Windenergie- und Photovoltaikanlagen wenig Energie. Um den Bedarf zu decken, springen konventionelle Kraftwerke als Ersatz ein.
E
Energie
Wenn sich Luftmassen bewegen, entsteht kinetische Energie. Windenergieanlagen nutzen diese, indem ihre Rotorblätter die Bewegung des Windes in mechanische Energie umwandeln. Ein Generator verwandelt diese schließlich in elektrische Energie. Eine Windenergieanlage im Windpark Römerreuth erzeugt jährlich zwischen 10 und 12 Millionen Kilowattstunden Strom. Damit kann eine einzelne Anlage bilanziell 3.000 bis 3.500 Haushalte mit Strom versorgen. Durch den Mix aus Photovoltaikanlagen, Großspeichern und Biogasanlagen entsteht eine stabile und zuverlässige Energieversorgung – auch in Zeiten, in denen der Wind schwächer weht oder ausbleibt.
Wie viel Energie entsteht bei einer Windradumdrehung? Das erklärt uns die Maus:
Wer sich das Video nicht anschauen kann, hier der Vergleich:
Die Energie einer einzigen Windradumdrehung reicht aus für:
- Elektroauto: ~50 km Reichweite
- E-Bike: 13-mal aufladen
- Wäsche waschen: 8 Maschinen bei 60 °C
- Wäsche trocknen: 5-mal im modernen Trockner
- Warm duschen: 26 Minuten
- Haare föhnen: 4 bis 5 Stunden
- Kekse backen: 4 Stunden
- Staubsaugen: 8 Stunden am Stück
- Herd nutzen: 8 Stunden Kochen
- Beton bohren: 16 Stunden
- Geschirr spülen: 40 Stunden mit dem Geschirrspüler
- Kühlschrank: 464 Stunden Essen kühlen
- Laptop nutzen: 560 Stunden arbeiten
- Aufzug betreiben: 30-mal nach oben fahren
- Elektrische Zahnbürste: 4.000 Stunden verwenden
- 5-Watt-LED-Birne: 2 Monate Dauerbetrieb
- Handy aufladen: 1,5 Jahre täglich
Erschütterungen
Eiswurf
Grundsätzlich ist es möglich, dass sich an den Rotoren von Windenergieanlagen im Winter Eis ansetzt, was zu Eiswurf oder Eisfall führen kann. Eisfall bezeichnet Eis, das von einer stillstehenden Anlage fällt, während Eiswurf das Eis beschreibt, das durch die Drehung der Rotorblätter weiter weggeschleudert werden kann. Das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren regelt, dass Windenergieanlagen so errichtet und betrieben werden müssen, dass Menschen nicht von Eiswurf oder Eisfall gefährdet werden. Es sind konkrete Abstände zu Verkehrswegen und Gebäuden vorgeschrieben. Moderne Windenergieanlagen sind zudem mit Systemen ausgestattet, die Eis erkennen und die Anlage bei Bedarf abschalten oder in den Trudelbetrieb versetzen.
F
Flächenverbrauch
Die Fachagentur Windenergie an Land gibt an, dass durchschnittlich 0,46 Hektar dauerhafte Freifläche pro Windkraftanlage benötigt werden, was rund 70 Prozent der Fläche eines Fußballfeldes entspricht. Davon entfallen etwa 0,05 Hektar auf die Grundfläche für das Fundament. Während der Bauphase müssen zusätzlich rund 0,4 Hektar freigehalten werden, die jedoch nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgeforstet werden. Dies macht die Windkraft zu einer der platzsparendsten Energieerzeugungsarten. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien ist die Flächeneffizienz von Windkraft hoch. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes braucht Windenergie an Land pro Megawattstunde erzeugten Stroms eine Fläche von 1,43 m², Photovoltaik-Freiflächenanlagen 22 m² und Biomasse zwischen 442 m² und 519 m², je nach Pflanzenart und Technologie.
Flughafen
Das Projekt des Hamburger Flughafens zeigt, dass Flughafenbetrieb und Windenergie miteinander vereinbar sind. Auf dem Gelände des Flughafens sollen bis zu sechs Windkraftanlagen errichtet werden, um die Gebäude mit nachhaltigem Strom zu versorgen.
Liegt der Standort der Windenergieanlagen im Bauschutzbereich eines Flugplatzes, ist nach dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG) für die Errichtung von Bauwerken und Anlagen die Zustimmung der Luftfahrtbehörde erforderlich. Außerhalb des Bauschutzbereichs ist für Bauwerke über 100 Meter Höhe ebenfalls eine Zustimmung erforderlich. Für den Windpark Römerreuth wurden mehrere Vorbescheidsanträge bei der Luftfahrtbehörde gestellt, um die zulässige Bauhöhe je Standort im Vorfeld zu klären. Die Vorbescheide legten die maximale Bauhöhe je Standort fest, sodass bei der Detailplanung der passende Anlagentyp ausgewählt werden konnte, ohne die festgelegte Bauhöhenbegrenzung zu überschreiten. Ein Vorbescheidsantrag dient der rechtlichen Klarheit, ob ein geplantes Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig ist, noch bevor der eigentliche Genehmigungsantrag gestellt wird. Die Ergebnisse der Anträge zeigen, dass insbesondere im Bereich Hüttendorf/Kriegenbrunn und teilweise in der Gemarkung Obermichelbach Bauhöhenbeschränkungen bestehen. Diese wurden bei der Planung des Windparks berücksichtigt.
G
Genehmigung
Jede Windenergieanlage muss die Kriterien des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImschG) einhalten. Dort sind strenge Richtwerte für Lärm, Schattenwurf, Natur- und Artenschutz festgelegt. Über einen Genehmigungsantrag gemäß BImschG entscheidet die zuständige Genehmigungsbehörde für jedes Projekt in einer Einzelfallprüfung. Die Behörde prüft den eingereichten Antrag sowie die Gutachten.
H
Höhe
Mit zunehmender Höhe über dem Erdboden weht der Wind stärker und gleichmäßiger. Es gilt: Je höher die Windenergieanlage und je länger die Rotorblätter, desto besser kann die Anlage das Windangebot vor Ort ausnutzen. Der Windpark Römerreuth plant mit Anlagen des Herstellers Enercon:
- vier Anlagen vom Typ E 175 mit einer Nabenhöhe von 162 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 175 Metern und
- vier Anlagen vom Typ E 160 mit einer Nabenhöhe von 140 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 160 Metern.
Die Nabenhöhe bezeichnet die Höhe, in der sich die Nabe des Windrotors über der Geländeoberfläche befindet. Sie wird vom Boden bis zur Nabe der Windkraftanlage gemessen.
I
Infraschall
Wie alle technischen Anlagen, die Geräusche emittieren, erzeugen auch Windenergieanlagen Infraschall. Dies gilt auch für Autos, Züge, Wärmepumpen und natürliche Phänomene wie Meeresrauschen, Lawinen oder Erdbeben.
Windenergieanlagen erzeugen Infraschall durch die Bewegung der Rotorblätter und durch Luftströmungen. Der dabei entstehende Schalldruck liegt jedoch in der Regel unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand erzeugen Windenergieanlagen keinen gesundheitsschädlichen Infraschall. Studien konnten keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Infraschall durch Windenergieanlagen nachweisen.
Russel McKenna, Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat 400 Studien zur Windkraft ausgewertet. Er kommt zu dem Ergebnis, dass viele Argumente, die häufig gegen Windenergie vorgebracht werden, durch die Forschung nicht bestätigt sind. Ein Beispiel dafür ist die Diskussion um Infraschall-Emissionen.
Immobilienpreise
Der Immobilienpreis wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wobei die Lage und das Umfeld eine entscheidende Rolle spielen. Städtische Gebiete mit guter Infrastruktur, Arbeitsplätzen und Einkaufsmöglichkeiten erzielen in der Regel höhere Preise als ländliche Regionen. Lärm gilt zum Beispiel als negativer Einflussfaktor. Laut Sachverständigen gilt bei Verkehrslärm als Faustregel: Jedes Dezibel über 50 dB(A) mindert den Wert einer Immobilie um etwa ein Prozent. Eine solche Beeinträchtigung durch Lärm liegt bei Windenergieanlagen jedoch nicht vor – siehe Buchstabe L „Lärm“.
In Deutschland ist die Datenlage zu einem möglichen Wertverlust durch Windenergieanlagen nicht eindeutig. Ein Faktor, der den Preis negativ beeinflussen könnte, ist die Sichtbarkeit. Hierbei handelt es sich jedoch um ein subjektives Empfinden. Eine Studie aus den USA mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt, dass eine Windenergieanlage in Sichtweite den Wert von Häusern nur geringfügig und vorübergehend mindert. Der Effekt sei umso geringer, je weiter die neu installierten Windräder entfernt sind, und lässt mit der Zeit nach. Es tritt ein Gewöhnungseffekt ein.
Da der Immobilienpreis von vielen Faktoren abhängt, können negative Einflüsse auch von positiven Faktoren ausgeglichen werden. Ein Beispiel: Gemeinden profitieren durch die Errichtung von Windenergieanlagen von zusätzlichen Einnahmen. Diese fließen häufig in lokale Projekte, wie zum Beispiel in die Verbesserung der Infrastruktur, die Unterstützung von Bildungs- oder Sozialprogrammen oder in die Schaffung von Arbeitsplätzen. Diese positiven wirtschaftlichen Effekte können das Umfeld in der Gemeinde langfristig verbessern und somit auch den Immobilienwert wiederum positiv beeinflussen.
Ein Beispiel aus der Gemeinde Hagenbüchach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim zeigt, dass der Bau von Windenergieanlagen keinen Einfluss auf die dortigen Grundstückspreise hatte. So wurden nach dem Bau eines Windparks mit zwei Windenergieanlagen drei neue Baugebiete erschlossen. Ein Wertverlust konnte nicht festgestellt werden.
K
Klima
Untersuchungen zeigen, dass Windenergieanlagen nachts die Temperaturen in den unteren Luftschichten erhöhen. Dies ist auf die vertikale Durchmischung der Luftschichten beim Betrieb der Anlagen zurückzuführen. Dieser sogenannte mikroklimatische Wechsel kann jedoch nicht für Dürren verantwortlich gemacht werden. Vielmehr sehen Experten die zunehmenden Hitzewellen und Dürreperioden in Deutschland als Folge des Klimawandels.
L
Leistung
Eine Windenergieanlage wandelt mittels Rotor die Windenergie in mechanische und anschließend über einen Generator in elektrische Energie um. Die Nabenhöhe des Turms und der Rotordurchmesser sind leistungsbestimmende Faktoren, ebenso die Windgeschwindigkeit. Die Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu, Turbulenzen nehmen ab. Eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit führt zu einer achtfachen Steigerung der Leistung, da die Leistung mit der der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit – Windgeschwindigkeit hoch 3 – steigt. Größere Rotordurchmesser können mehr Wind einfangen. Am Standort Römerreuth gehen die regionalen Investoren davon aus, dass die acht Windenergieanlagen im Durchschnitt jeweils einen jährlichen Energieertrag von 12 Millionen Kilowattstunden (kWh) erreichen, basierend auf dem P50-Wert. Der P50-Wert bezieht sich auf die zu erwartende Energieproduktion, bei der es eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit gibt, dass die tatsächliche Produktion diesen Wert überschreitet, und eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sie darunter liegt. Das Ertragswertgutachten hat die voraussichtliche Energieproduktion bestätigt.
Lärm
Windenergieanlagen erzeugen während des Betriebs Geräusche. Daher muss im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für jede geplante Anlage und jeden Windpark ein Lärmschutzgutachten erstellt werden. Dieses Gutachten stellt sicher, dass die Lärmminderungswerte gemäß der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) eingehalten werden. Laut der TA Lärm beträgt der Immissionsrichtwert für reine Wohngebiete nachts 35 dB(A). Dies ist vergleichbar mit Flüstern. Moderne Windenergieanlagen nutzen Techniken und Materialien, die sowohl bei den mechanischen Bauteilen als auch bei den aerodynamischen Bewegungen Geräuschemissionen minimieren.
Unter Volllast können Windenergieanlagen an der Nabe in 100 Metern Höhe bis zu 106,5 Dezibel (dB) erzeugen, was etwa der Lautstärke eines Baggers entspricht. In 250 Metern Entfernung sinkt der Schallpegel bereits auf etwa 45 dB, was dem Geräusch einer Straße in einem Wohngebiet bei Nacht entspricht. Bei 500 Metern Entfernung liegt der Schalldruckpegel bei etwa 40 dB und ist damit etwa so wahrnehmbar wie ein Kühlschrank. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch erreicht etwa 60 dB. Die Windenergieanlagen im Windpark Römerreuth liegen alle mindestens 900 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt (siehe Buchstabe A – „Abstand“).
Die Landesenergieagentur Hessen hat hierzu einen Erklärfilm auf Youtube veröffentlicht.
M
Monitoring
N
Netzausbau
Der Ausbau von Windenergieanlagen in Bayern und Baden-Württemberg reduziert die Abhängigkeit von überregionalen Stromlieferungen und sorgt für eine stabilere, unabhängige und CO2-freie Energieversorgung. Eine zunehmend regionale Stromerzeugung reduziert auch die Netzausbaukosten, da der Strom nicht über weite Strecken transportiert werden muss, zum Beispiel vom Norden Deutschland über Höchstspannungsleitungen nach Süden. Je mehr Windenergie in der Region produziert wird, desto autarker wird der Süden.
Nachhaltigkeit
Windenergie gilt als eine der nachhaltigsten Formen der Energieerzeugung. Während des Betriebs erzeugen Windkraftanlagen keinerlei CO₂-Emissionen, was sie zu einer klimafreundlichen Alternative zu fossilen Energieträgern macht. Die für Herstellung, Transport, Aufbau, Wartung und Rückbau einer Windenergieanlage benötigte Energie wird in der Regel innerhalb weniger Monate durch den erzeugten Strom ausgeglichen. Über ihre gesamte Lebensdauer von etwa 20 Jahren produziert eine solche Anlage somit ein Vielfaches der Energie, die zu ihrer Herstellung erforderlich war (siehe auch Buchstabe „O“ – Ökobilanz).
Die CO₂-Emissionen, die für die Herstellung von Windenergieanlagen und ihren Aufbau entstehen, sind im Vergleich zu anderen Energiequellen sehr gering. So verursacht eine moderne Onshore-Windkraftanlage etwa neun Gramm CO₂ pro erzeugter Kilowattstunde Strom, während es bei Offshore-Anlagen rund sieben Gramm sind. Zum Vergleich: Strom aus Erdgas verursacht etwa 442 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde, bei Steinkohle sind es 864 Gramm und bei Braunkohle sogar 1034 Gramm.
Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist das Recycling von Windkraftanlagen. Die Hauptbestandteile wie Stahl und Beton können größtenteils recycelt werden.
Zudem tragen Windkraftanlagen zur Reduktion von Luftschadstoffen bei, da sie keinen Feinstaub, Schwefeldioxid oder Stickoxide emittieren. Dies führt zu einer Verbesserung der Luftqualität und leistet einen Beitrag zum Gesundheits- und Umweltschutz.
Laut einer Studie des Fraunhofer ISE schneiden Windkraftanlagen bei den Stromgestehungskosten besonders gut ab, sowohl mit als auch ohne Subventionen. Windenergie ist somit auch ohne staatliche Förderung wettbewerbsfähig. Dies zeigt, dass Windkraft eine zukunftssichere und wirtschaftlich attraktive Option für die Energieversorgung darstellt. Mit sinkenden Produktionskosten und einer stabilen Kostenstruktur wird Windenergie immer mehr zu einer verlässlichen Quelle für günstigen Strom. Diese Kosteneffizienz stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Windkraft im Vergleich zu anderen Energiequellen, sondern macht sie auch zu einer tragenden Säule der Energiewende.
O
Ökobilanz
Bei der Herstellung von Windkraftanlagen wird zwar Kohlendioxid (CO2) emittiert, doch die Menge ist im Vergleich zu den Einsparungen während des Betriebs gering. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2021 liegt der durchschnittliche Treibhausgasausstoß einer Windkraftanlage über ihren gesamten Lebenszyklus, einschließlich Herstellung und Recycling, bei etwa 10,6 Gramm CO2 pro Kilowattstunde erzeugten Stroms. Grund hierfür sind die in der Anlage verbauten Materialien Zement und Stahl. Für deren Produktion werden noch fossile Energieträger gebraucht, bei deren Verbrennung CO2 entsteht. Demgegenüber ist der aus Windenergie erzeugte Strom CO2-frei.
Die energetische Amortisationszeit (Energy Payback Time, EPBT) von Windenergieanlagen in Deutschland beträgt laut einer aktuellen Studie für das Umweltbundesamt je nach Standort 2,5 bis 4,5 Monate. Dabei wird der deutsche Strommix aus dem Jahr 2021 als Referenz genutzt und eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren angenommen.
Daher lässt sich sagen, dass die bei der Herstellung von Windkraftanlagen entstehenden CO2-Emissionen im Vergleich zu den Einsparungen während des Betriebs gering sind und sich innerhalb weniger Monate amortisieren.
Offenlage
Die Offenlage dient der Transparenz und Beteiligung der Öffentlichkeit an Planungsprozessen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für Windenergieanlagen ist eine Offenlage der Planungsunterlagen in bestimmten Fällen vorgeschrieben. Das bedeutet, dass die Unterlagen öffentlich ausgelegt und von Interessierten eingesehen werden können, oft im Rathaus und auch online. Bürgerinnen und Bürger können sich in der Regel einen Monat lang kundig machen über geplante Windenergieprojekte. Sie haben zudem die Möglichkeit, Einwendungen und Stellungnahmen einzureichen. Die eingegangenen Stellungnahmen werden nach der Offenlage ausgewertet. Eine Erörterung kann stattfinden, ist aber nicht zwingend vorgeschrieben.
Q
Qualität
Wohlstand und ein hoher Lebensstandard hängen nicht zuletzt von der Verfügbarkeit von Energie ab. Ohne Energie funktioniert in unserem Alltag so gut wie nichts. Das Spektrum reicht von der Kommunikation über Beleuchtung bis hin zu industriellen Prozessen und der Gesundheitsversorgung.
Ein Gespür dafür, wie wichtig Versorgungssicherheit ist, haben wir bekommen, als durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine plötzlich die Abhängigkeit von externen Energiequellen und die Unsicherheiten der globalen Energiemärkte sichtbar wurden. Eine verlässliche Energieversorgung ist daher nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch entscheidend für den sozialen Frieden, Wohlstand und Lebensqualität. Der Übergang zu erneuerbaren Energien wie Windkraft trägt dazu bei, den Klimawandel abzubremsen und die Umwelt für zukünftige Generationen zu erhalten. Dies ist entscheidend, um die Lebensqualität heute und in der Zukunft zu bewahren.
R
Rückbau
Windenergieanlagen haben nach etwa 25 Jahren ihr Nutzungsende erreicht. Der Windparkbetreiber ist dazu verpflichtet, die Anlagen nach deren Betriebsende abzubauen und das Grundstück den Besitzerinnen oder Besitzern im Ausgangszustand zurückzugeben. Dazu gehört auch, dass alle Bodenversiegelungen beseitigt werden. Vertraglich geregelt ist dies mit der Rückbau- und der Rekultivierungspflicht der Flächennutzungsgenehmigung. Die Pächter verpflichten sich schon im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den Bau der Anlagen schriftlich dazu und sorgen für finanzielle Sicherheiten, zum Beispiel in Form von einer Bargeldhinterlegung, einer Ausfallversicherung oder einer Bürgschaft.
S
SF6
SF₆ wird in der Energiewirtschaft in Schaltanlagen verwendet – unabhängig davon, ob der Strom in Windenergie-, Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken erzeugt wird oder ob es sich um Übertragungsanlagen wie Umspannwerke oder Schalthäuser handelt. In den Schaltanlagen von Windenergieanlagen befinden sind etwa 3 kg SF₆, was im Fall einer vollständigen Freisetzung einem CO₂-Äquivalent von 70,5 Tonnen entspräche. Das Isolationsgas bleibt in den Schaltanlagen in einem geschlossenen System, das ein Entweichen verhindert. In Deutschland liegen die Leckagen bei fachgerechter Handhabung unter 0,1 % pro Jahr. Gleichzeitig spart eine moderne Windenergieanlage jährlich rund 10.000 Tonnen CO₂ ein – ein Vielfaches der potenziellen SF₆-Emissionen.
Der Bund Naturschutz weist zudem darauf hin, dass die SF₆-Emissionen trotz des Windkraftausbaus in den letzten Jahren rückläufig sind.
Schatten
Bei der Planung von Windenergieanlagen spielt der sogenannte Schattenwurf eine wichtige Rolle. Gemeint ist der periodisch auftretende bewegte Schatten, den die Rotorblätter beim Drehen werfen, wenn die Sonne scheint. Um mögliche Belastungen zu vermeiden, gibt es klare gesetzliche Vorgaben für den Schattenwurf: maximal 30 Minuten pro Tag und maximal 30 Stunden pro Jahr.
Diese Grenzwerte gelten für Wohnhäuser und sind im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) verankert. Sie stellen sicher, dass Anwohnende nicht durch wiederkehrende Abschattung beeinträchtigt werden.
Wie viel Schatten ist erlaubt und wie wenig tritt tatsächlich auf?
Ein Jahr hat rund 8.760 Stunden, davon entfällt etwa die Hälfte auf die Nacht, in der naturgemäß kein Schatten entsteht. Die zulässige Beschattungsdauer von 30 Stunden im Jahr entspricht damit weniger als 0,35 Promille der Gesamtzeit – und selbst dieser Grenzwert wird beim Windpark Römerreuth laut Prognose nicht erreicht.
Strenge Berechnung im „Gewächshaus-Modus“
Um die Einhaltung der Richtwerte zu prüfen, wird eine sogenannte Schattenwurfprognose erstellt – mit besonders strengen Annahmen:
- Es wird davon ausgegangen, dass alle Häuser komplett verglast sind (Gewächshaus-Modus),
- keine Bäume, Hecken oder Nachbargebäude Schatten abfangen,
- die Sonne an jedem Tag im Jahr scheint – ohne Wolken,
- der Rotor ständig zur Sonne ausgerichtet ist und sich permanent dreht.
Diese sogenannten astronomisch maximalen Bedingungen treten so in der Realität nicht ein – dienen aber als Grundlage, um auch theoretisch ungünstige Szenarien sicher bewerten zu können. Tatsächlich fällt der Schattenwurf deutlich geringer aus, etwa durch Wetter, Tagesverlauf oder wechselnde Windrichtungen.
Ergebnisse für Römerreuth: Grenzwerte werden eingehalten
Die Analyse für den Windpark Römerreuth zeigt: An keinem Wohngebäude im Umkreis der geplanten Windenergieanlagen werden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Das gilt sowohl für die tägliche als auch für die jährliche Beschattungsdauer. Sichergestellt wird das durch eine Schattenabschaltautomatik, die die Rotoren gegebenenfalls stoppen.
T
Tourismus
Windenergieanlagen haben Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Sie sind weithin sichtbar. Doch haben sich Bedenken der Tourismusbranche nicht bestätigt, dass Windenergieanlagen negative Auswirkungen auf den Tourismus haben. In Ostfriesland werden zum Beispiel Besuche von Windenergieanlagen als Empfehlung im Reiseführer aufgeführt. Und in Österreich wurde im Windpark Pretul eine Mountainbikestrecke angelegt, die die Erkundung des Windpark-Geländes ermöglicht und zahlreiche Touristen anzieht.
U
Umweltschutz
Es gilt bei allen technischen Anlagen – auch bei Windenergieanlagen – Nutzen und Risiken sorgfältig abzuwägen. Das ist bei Windprojekten durch das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gewährleistet. Davon abgesehen gilt es bei Umweltargumenten gegen Windkraftprojekte, die Auswirkungen der Klimakrise dem gegenüberzustellen. Der Klimawandel stellt eine der größten Gefahren für unsere Ökosysteme dar. Der BUND Naturschutz Bayern e.V. (BN) kommt zu folgendem Schluss: „Wie alle Technologien zur Energiegewinnung haben auch Windkraftanlagen – oder Windenergieanlagen (WEA) – einen „ökologischen Rucksack“ und verändern unsere Umwelt. Der BUND Naturschutz (BN) plädiert stets für ein Ausschöpfen des Energieeinsparpotenzials, doch die weiterhin nötige Energie muss auf irgendeine Art produziert werden. Im Vergleich mit anderen Erzeugungsanlagen verursacht die Windkraft geringe Kosten, sofern alle Möglichkeiten berücksichtigt werden, um negative Auswirkungen auf Menschen und Natur zu vermeiden.“ Laut BN erhöhe Windkraft zwar das Risiko für einzelne Arten, allerdings gäbe es ohne Windkraft keine Chance, die artenreichen Ökosysteme vor dem Klimawandel zu schützen.
V
Vogelschutz
Das am häufigsten vorgebrachte Argument gegen Windprojekte sind potenzielle Gefahren für Vögel und Fledermäuse durch die sich drehenden Rotorblätter. Für die Genehmigung spielt dieser Aspekt eine große Rolle. Es muss ein Gutachten erstellt werden, das Arten, Anzahl und Verhalten der Vögel und Fledermäuse im betreffenden Gebiet genau untersucht. Ergeben sich daraus Gefahren für bestimmte Arten, gibt es auch keine Genehmigung. Forschung und Betreiber setzen sich intensiv dafür ein, die Risiken zu minimieren, etwa durch gezielte Standortwahl, Abstandsregelungen und Anti-Kollisionssysteme. Der BUND Naturschutz unterstreicht, dass Windkraft trotz dieser Risiken entscheidend für den Schutz unserer Ökosysteme vor den Folgen des Klimawandels ist.
Das Risiko von Windenergieanlagen ist im Vergleich zu anderen Todesursachen bei Tieren relativ gering. Hier einige Zahlen zur Einordnung:
Todesursachen bei Vögeln (jährlich in Deutschland)
- Glasscheiben: 100 bis 115 Millionen
- Straßenverkehr: 70 Millionen
- Hauskatzen: 20 bis 100 Millionen
- Strommasten und -leitungen: ca. 1,5 bis 2,8 Millionen
- Windkraftanlagen: ca. 100.000
Eine Studie der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung im Auftrag der Stiftung Klimaneutralität aus dem Jahr 2021 zeigt, dass sich die Anzahl der Brutpaare von See- und Fischadlern, Wanderfalken und Weißstörchen in den letzten Jahren erholt hat – trotz der steigenden Anzahl von Windenergieanlagen. Das deutet darauf hin, dass sich diese Arten erfolgreich an die veränderten Bedingungen anpassen konnten.
Volllaststunden
Wird der Jahresertrag einer Windenergieanlage durch ihre Nennleistung dividiert, erhält man die sogenannten Volllaststunden. Diese Zahl gibt an, wie viele Stunden eine Windenergieanlage theoretisch bei ihrer maximalen Leistung (Nennleistung) betrieben werden müsste, um ihren gesamten Jahresenergieertrag zu erzielen. Das theoretische Maximum liegt bei 8.760 Stunden pro Jahr, was einem durchgehenden Betrieb bei voller Leistung entspräche. Die Volllaststunden ermöglichen es, Anlagen, Standorte oder Jahre auf der Basis der gleichen Leistung zu vergleichen, da sie den Energieertrag normiert darstellen. Volllaststunden sind somit wichtige Indikatoren für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Windenergieanlagen.
W
Wald
Im Windpark Römerreuth befinden sich sieben der acht Windenergieanlagen außerhalb von Waldflächen. Im Genehmigungsverfahren wird die Flächenwahl gründlich geprüft, wobei umfangreiche Voruntersuchungen wie Windmessungen und artenschutzrechtliche Untersuchungen durchgeführt werden. Für eine Windenergieanlage wird etwa die Fläche eines halben Fußballfeldes genutzt. Nach Ablauf der Betriebszeit folgt der rückstandslose Abbau der Anlagen, die Fläche wird wieder aufgeforstet. Siehe hierzu auch Buchstabe R – „Rückbau“.
Windhöffigkeit
Der Begriff Windhöffigkeit bezeichnet das durchschnittliche Windaufkommen an einem bestimmten Standort. In Bayern variiert die Windhöffigkeit aufgrund der Binnenlage und des reliefreichen Geländes stark. Es gibt jedoch etliche Regionen mit hohen Windgeschwindigkeiten, die für Windenergieanlagen geeignet sind. Der Bayerische Windatlas bietet eine erste Einschätzung der Potenziale für Windenergie an möglichen Standorten. Die wirtschaftliche Rentabilität eines Standorts hängt neben der Windgeschwindigkeit auch von der jahreszeitlichen Verteilung des Windangebots ab. Unternehmen führen vorab Windmessungen durch, um die Wirtschaftlichkeit eines Windprojekts zu prüfen. Im Windpark Römerreuth hat man hierfür unter anderem die Daten umliegender Windparks genutzt. Die gesammelten Daten wurden von Fachgutachtern analysiert. Das Windgutachten für den Windpark Römerreuth bestätigt, dass moderne Windenergieanlagen in Römerreuth wirtschaftlich arbeiten.
Wirtschaft
Die Windenergie bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch zahlreiche ökonomische Chancen. Die Nutzung von Windkraft trägt zur Sicherstellung einer langfristig stabilen und kalkulierbaren Energieversorgung bei, was besonders in Zeiten steigender Energiekosten und unsicherer fossiler Lieferketten von großer Bedeutung ist. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird zunehmend durch ihre Klimaneutralitätsverpflichtungen beeinflusst. Der Umstieg auf erneuerbare Energien wie Windkraft beispielsweise durch eine direkte Belieferung im Rahmen von Stromdirektlieferverträgen (Power Purchase Agreements – PPAs) ermöglicht es Unternehmen, ihre Klimaziele zu erreichen, was nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch die Position im globalen Wettbewerb stärkt. Durch die direkte Nutzung von Windstrom aus der Region können Unternehmen und Kommunen ihre Energieversorgung sichern. Diese Unabhängigkeit von externen Lieferquellen bietet eine wichtige Absicherung gegen volatile Energiepreise und Versorgungsengpässe. Der Bezug von Windstrom über PPAs ermöglicht es Unternehmen, feste Strompreise zu vereinbaren, was für eine langfristige Planung und Stabilität in den Energiekosten sorgt. Diese Kalkulierbarkeit stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und trägt zur Kostensicherheit bei. Weiter schafft die Windkraft auch lokale Arbeitsplätze und fördert die regionale Wertschöpfung. Unternehmen und Kommunen profitieren von Gewerbesteuereinnahmen sowie von der Möglichkeit der Bürgerbeteiligung, was die Wirtschaftskraft in der Region zusätzlich stärkt.
Y
Yttrium (Seltene Erden)
Yttrium ist ein chemisches Element und gehört zu den Seltenerdmetallen (seltene Erde). Yttrium wird in leistungsstarken Permanentmagneten verwendet, die unter anderem in den Generatoren Windenergieanlagen zum Einsatz kommen. Im Vergleich zu anderen Industrien ist die Verwendung von seltenen Erden in Windenergieanlagen relativ gering. In der Elektronikindustrie, der Automobilbranche (insbesondere bei Elektrofahrzeugen), der Batterietechnologie und der Luftfahrtindustrie wird weitaus mehr Yttrium verbraucht. Die Windbranche arbeitet an Recyclinglösungen und alternativen Technologien, um den Bedarf weiter zu reduzieren. Seltene Erden lassen sich gut in den Kreislauf zurückführen.