Was gesetzlich gilt und was die Prognose für Römerreuth zeigt
Bei der Planung von Windenergieanlagen spielt der sogenannte Schattenwurf eine wichtige Rolle. Gemeint ist der periodisch auftretende bewegte Schatten, den die Rotorblätter beim Drehen werfen, wenn die Sonne scheint. Um mögliche Belastungen zu vermeiden, gibt es klare gesetzliche Vorgaben für den Schattenwurf: maximal 30 Minuten pro Tag und maximal 30 Stunden pro Jahr.
Diese Grenzwerte gelten für Wohnhäuser und sind im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) verankert. Sie stellen sicher, dass Anwohnende nicht durch wiederkehrende Abschattung beeinträchtigt werden.
Wie viel Schatten ist erlaubt und wie wenig tritt tatsächlich auf?
Ein Jahr hat rund 8.760 Stunden, davon entfällt etwa die Hälfte auf die Nacht, in der naturgemäß kein Schatten entsteht. Die zulässige Beschattungsdauer von 30 Stunden im Jahr entspricht damit weniger als 0,35 Promille der Gesamtzeit – und selbst dieser Grenzwert wird beim Windpark Römerreuth laut Prognose nicht erreicht.
Strenge Berechnung im „Gewächshaus-Modus“
Um die Einhaltung der Richtwerte zu prüfen, wird eine sogenannte Schattenwurfprognose erstellt – mit besonders strengen Annahmen:
- Es wird davon ausgegangen, dass alle Häuser komplett verglast sind (Gewächshaus-Modus),
- keine Bäume, Hecken oder Nachbargebäude Schatten abfangen,
- die Sonne an jedem Tag im Jahr scheint – ohne Wolken,
- der Rotor ständig zur Sonne ausgerichtet ist und sich permanent dreht.
Diese sogenannten astronomisch maximalen Bedingungen treten so in der Realität nicht ein – dienen aber als Grundlage, um auch theoretisch ungünstige Szenarien sicher bewerten zu können. Tatsächlich fällt der Schattenwurf deutlich geringer aus, etwa durch Wetter, Tagesverlauf oder wechselnde Windrichtungen.
Ergebnisse für Römerreuth: Grenzwerte werden eingehalten
Die Analyse für den Windpark Römerreuth zeigt: An keinem Wohngebäude im Umkreis der geplanten Windenergieanlagen werden die gesetzlichen Grenzwerte überschritten. Das gilt sowohl für die tägliche als auch für die jährliche Beschattungsdauer. Sichergestellt wird das durch eine Schattenabschaltautomatik, die die Rotoren gegebenenfalls stoppen.
Bildquelle: shutterstock.com / 1403470967
